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„Leuchtturmwärter“ der Dommusik geehrt

„Leuchtturmwärter“ der Dommusik geehrt
„Leuchtturmwärter“ der Dommusik geehrt
Diözesankirchenmusikdirektor Andreas Großmann (links) übergibt die Medaille an den Frankfurter Dommusikdirektor Andreas Boltz. Bild: A. Zegelman, Bistum Limburg. © RKM

FRANKFURT. –Dommusikdirektor Andreas Boltz schaut auf die Uhr. Gerade ist er aus dem Dienstgespräch gekommen und in 15 Minuten soll ihm im Dom die Bistums-Medaille verliehen werden. „Das langt, um noch ein wenig zu spielen“, sagt Boltz und setzt sich an die Orgel. Für seinen Beruf und seine Leidenschaft nutzt er gern jede wertvolle Minute und ist nach vielen Jahren als Kirchenmusiker noch immer beschwingt von der Begeisterung für sein Instrument. Vielleicht zieht deshalb die Zeit so schnell vorbei? Jedenfalls habe er sich schon gewundert, dass „plötzlich“ Jahrzehnte vergangen seien, sagt Boltz. 

Am 1. Juni konnte Andreas Boltz auf zehn Jahre Tätigkeit als Dommusikdirektor in Frankfurt zurückblicken. Zusammen mit seinen Vorbeschäftigungen im Bistum Würzburg und im Bistum Mainz kommt er auf über 25 Jahre im kirchlichen Dienst – ein Jubiläum, das mit der Bistums-Medaille gewürdigt wird.

Zehn spannende Jahre

Diözesankirchenmusikdirektor Andreas Großmann überbringt die Auszeichnung im Namen von Generalvikar Wolfgang Rösch und überreicht sie – natürlich unter Einhaltung der geltenden Corona-Regeln – auf der Orgelempore des Doms. Dabei findet er auch einige persönliche Worte für seinen Kollegen: „Lieber Andreas, ich danke dir für das, was du vor zehn Jahren hier begonnen hast, und ich wünsche, dass sich alles so gut weiterentwickelt. Die Zusammenarbeit macht sehr viel Freude.“

Das lobt auch der Generalvikar in seinem Schreiben: „Ihrem Engagement ist es zu verdanken, dass der Frankfurter Dom als kultureller Leuchtturm inmitten einer Metropole ein klares künstlerisches Profil und große Attraktivität für Menschen aller Schichten und Nationen besitzt.“

In der Tat hat Andreas Boltz zahlreiche interessante Projekte angestoßen und ein Händchen dafür, mit der Zeit zu gehen. So kreierte er zum Beispiel in der Corona-Pandemie den „Musikalischen Impuls“ mit täglichen Orgelstücken in Fasten- und Weihnachtszeit und ist gerade dabei, einen YouTube-Kanal für die Domkonzerte einzurichten. Natürlich war er auch maßgeblich in den Aufbau der Frankfurter Domsingschule (FDS) eingebunden, die seit 2011 mit ihrem chorischen Angebot für Jungen und Mädchen sowie mit gemischten Erwachsenenchören das musikalische Frankfurt bereichert.

Frankfurt ist besonders

Andreas Boltz zeigt sich berührt von der Ehrung. „Ich bin begeistert über das sehr treffende Schreiben des Generalvikars. Die Medaille ehrt mich sehr, vor allem die damit verbundene Wertschätzung.“ Allerdings beschränke sich diese nicht auf die Ehrung, unterstreicht Boltz: „Der Bischof interessiert sich immer sehr für unsere Arbeit, wenn er hier im Frankfurter Dom ist.“ Seinen Beruf empfindet der Dommusikdirektor nach wie vor als Privileg, weil in Frankfurt so viele besondere Dinge stattfänden wie das Karlsamt, das Stadtkirchenfest oder jüngst der sehr schöne Fronleichnamsgottesdienst.

Immer geschäftig, in jeder freien Minute an der Orgel – „man rumpelt eben so durchs Leben“, sagt Boltz. Daher habe er irgendwann nicht mehr mitgezählt, wie lang er nun schon im kirchlichen Dienst sei. Die Mitteilung der Ehrung für 25-jährige Zugehörigkeit habe ihn deshalb überrascht – „man merkt ja gar nicht, wie die Zeit vergeht“. Dabei ist in Wirklichkeit sogar noch mehr Zeit vergangen: 32 Jahre nämlich. Doch ein interner Rechenfehler sorgte dafür, dass die Ehrung nun sieben Jahre zu spät verliehen wird. Boltz nimmt’s mit Humor, freut sich über die Auszeichnung – und lunst schon mit einem Auge wieder Richtung Orgel.

Dommusikdirektor Andreas Boltz studierte an der Musikhochschule Würzburg Katholische Kirchenmusik. 1989 legte er die Diplom-A- Prüfung und die Staatliche Musiklehrerprüfung ab, im Jahre 1992 erwarb er das Meisterklassendiplom für künstlerisches Orgelspiel in der Meisterklasse von Prof. Günther Kaunzinger. Von 1989 bis 1993 war er Assistent des Domkapellmeisters am Kiliansdom in Würzburg. Zwischen Herbst 1993 und Mai 2011 war er Regionalkantor des Bistums Mainz in Darmstadt und Dozent für Chorleitung und Orgel am Institut für Kirchenmusik in Mainz. Als Organist und Chorleiter spielte er Aufnahmen für ZDF, BR, HR, DLF, ORF, RAI und Radio Catalunya ein. Konzerte als Solist und Begleiter führten ihn in zahlreiche europäische Länder. Von 1994 bis 1995 war er Probenleiter des “Musikvereins Darmstadt” in Zusammenarbeit mit dem Staatstheater Darmstadt. Im Jahr 1995 gründete Andreas Boltz das “Vocalensemble Darmstadt”, einen Kammerchor von etwa 35 Personen, der projektbezogen arbeitet, und leitete ihn bis zu seinem Abschiedskonzert im Mai 2011.

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