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Schreiben an die Hessische Landesregierung

KirchenmusikdirektorInnen zur politischen Bewertung des Singens
Schreiben an die Hessische Landesregierung
Schreiben an die Hessische Landesregierung
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LIMBURG/FRANKFURT - Die Diözesankirchenmusikdirektoren der Bistümer Limburg, Mainz und Fulda und die Landeskirchenmusikdirektoren der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau und der Evangelischen Kirche Kurhessen-Waldeck haben ein Schreiben an den Hessischen Ministerpräsidenten verfasst. Das Schreiben wurde abgestimmt mit den Kirchenbüros beider Konfession bei der Landesregierung und erging mit gleichem Wortlaut auch an den Hessischen Landtagspräsidenten. Mit unterzeichnet ist der Brief von der Präsidentin des hessischen Landesmusikrats und dessen Geschäftsführerin.

Im Schreiben äußern die Verfasser ihr Verständnis für die geltenden Maßnahmen. Sie beobachten allerdings eine damit einhergehende gefährliche Stigmatisierung des Singens, das "nicht lebensbedrohlicher" als andere Aktivitäten sei. Viel zu wenig gesehen werde die gesellschaftliche Bedeutung des Singens in kultureller Hinsicht. Vieles sei mit den vorgelegten Maßnahmenonzepten für Chorproben im vergangenen Jahr vor dem zweiten Shutdown möglich gewesen. Gerade im kirchlichen Bereich sei das Singen wesentliche Lebens- und Glaubensäußerung. Im Blick auf Kinder und Jugendliche habe das Singen zudem bildungspolitische Bedeutung, für alle Generationen sei der  gemeinschaftstiftende Aspekt kaum hoch genug anzusetzen. Die kulturelle Kraft des Singens werde durch haupt-, neben- und ehrenamtliche Leiterinnen und Leiter gefördert, deren wirtschaftliche Existenzen vom bestehenden Shutdown massiv bedroht würden.

Insbesondere betonen die Verfasser des Schreibens die Notwendigkeit, neueste wissenschaftliche Studien und Erkenntnisse zum Singen währden der Pandemie anzuwenden. So sei die in Hessen geltende Abstandsregelung von 6 Metern in Singrichtung vielerorts ein K.o.-Kriterium für jegliche sängerische Betätigung und dabei mit dem Verweis auf Bühnenproduktionen ein falscher Bezugspunkt gewählt worden. Neue Verordnungen sollten deshalb sobald wie möglich auf realistische Vorgaben bezogen werden. Dazu bieten die leitenden KirchenmusikerInnen ihren Rat und Unterstützung an. 

Das Schreiben der Diözesan- und LandeskirchenmusikdirektorInnen ist hier im Wortlaut zu lesen.

Eine Übersicht über die neueren wissenschaftlichen Erkenntnisse ist dem Schreiben beigefügt.

Vor einigen Tagen haben sich auch die Chorverbände in Hessen an die Landesregierung gewandt. Deren Aktion zielte aus Sicht der weltlichen Chorvereine auf den Sprachgebrauch der aktuellen Landesverordnung, wonach das Chorsingen "nicht von besonderem öffentlichen Interesse" sei. Die Mitglieder der Verbände wurden aufgerufen sich an der Aktion zu beteiligen.

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